Der Nasdaq Composite Index stieg um 0,16 Prozent. Der S&P 500 fiel um 0,34 Prozent und der Dow Jones Industrial Average sank um 0,94 Prozent bzw. mehr als 450 Punkte. Der Dow Jones wurde von Großbanken nach unten gezogen: Die Aktien von JPMorgan Chase und Goldman Sachs verbilligten sich um 2,28 Prozent beziehungsweise 1,51 Prozent. Auch Bank of America (–2,81 Prozent), Wells Fargo (–2,17 Prozent) und Morgan Stanley (–1,58 Prozent) gaben nach.
An den Rohstoffmärkten fielen die US-Öl-Futures um bis zu 2 Prozent, nachdem Präsident Donald Trump am Dienstag angekündigt hatte, dass Venezuela die USA mit bis zu 50 Millionen Barrel Rohöl versorgen werde. Gleichzeitig kam der Preisanstieg bei Edelmetallen und Kupfer zum Stillstand, was Druck auf die Aktien von Bergbauunternehmen ausübte. Silber-Futures stürzten um 4,2 Prozent ab.
Im Technologiesektor stach Alphabet hervor, dessen Stamm- und Vorzugsaktien um fast 2,5 Prozent zulegten. Bis zur Mitte des Handelstages erreichte der Börsenwert des Unternehmens 3,864 Billionen Dollar und übertraf damit knapp die 3,861 Billionen Dollar von Apple. Alphabet war zuletzt 2018 das nach Börsenwert zweitgrößte US-Unternehmen und lag zuletzt 2019 vor Apple.
Aktien der Rüstungsindustrie fielen nach Berichten, dass Trump eine Exekutivanordnung zur Verschärfung der Aufsicht über Rüstungsunternehmen unterzeichnen will. Die Anordnung würde Unternehmen betreffen, deren Verträge mit dem Pentagon das Budget überschritten haben oder hinter dem Zeitplan zurückgeblieben sind. In solchen Fällen könnte der Staat Aktienrückkäufe, Dividendenzahlungen und Vorstandsvergütungen einschränken.
Die Aktie von Northrop Grumman fiel um 5,48 Prozent, die von Lockheed Martin um 4,78 Prozent und die von General Dynamics um 4,18 Prozent. RTX gab um 2,46 Prozent nach. Gesondert nahm Trump auch institutionelle Investoren ins Visier, die in Einfamilienhäuser investieren, was unter anderem die Blackstone-Aktie um 5,57 Prozent ins Minus drückte.
Die Entwicklungen in Venezuela, denen während der Rekordrallye der Aktien wenig Beachtung geschenkt wurde, stehen wieder im Fokus. US-Energieminister Chris Wright merkte am Mittwoch an, dass die Regierung plant, den weiteren Verkauf von venezolanischem Öl zu kontrollieren und die Verkaufserlöse in die USA zu leiten.
Die Aufmerksamkeit der Investoren richtete sich auch auf Wirtschaftsdaten. Der am Mittwoch veröffentlichte ADP-Bericht zur Beschäftigung im Privatsektor zeigte, dass im Dezember 41.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das Ergebnis blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. Der JOLTS-Bericht zeigte, dass die Zahl der offenen Stellen im November zurückging und sich das Einstellungstempo verlangsamte.
Diese Daten bilden den Hintergrund für den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, hat betont, dass man bei Zinsentscheidungen vorsichtig vorgehen werde, bis die Lage am Arbeitsmarkt klarer sei.
Zudem beeinflusste die CES-Technologiemesse den Markt. Im Mittelpunkt steht Nvidia, wobei sich Analysten uneinig sind, ob der Boom der künstlichen Intelligenz seinen Höhepunkt erreicht hat oder sich erst noch beschleunigt. Die Nvidia-Aktie schloss am Mittwoch mit einem Plus von 1 Prozent.
Biotechnologiesektor erholte sich kräftig
Die Aktie des Life-Science-Unternehmens Regencell Bioscience setzte ihre dreitägige Rallye fort, verteuerte sich um 60,1 Prozent und avancierte zum größten Gewinner des Börsentages. Seit Jahresbeginn ist die Aktie um insgesamt 151,81 Prozent gestiegen.
Die Aktie von Revolution Medicines sprang um 28,63 Prozent nach oben, nachdem das Pharmaunternehmen AbbVie am Mittwoch dementiert hatte, Verhandlungen über eine Übernahme des Biotechnologieunternehmens zu führen.
Die Aktie des Pharmaunternehmens Crinetics Pharmaceuticals verteuerte sich um 16,08 Prozent, nachdem das Unternehmen die Ausgabe von 7.620.000 Stammaktien zu einem Preis von 45,95 Dollar pro Aktie angekündigt hatte. Das Unternehmen hofft, mit der Emission einen Bruttoerlös von rund 350 Millionen Dollar zu erzielen. Zudem hat Crinetics den Konsortialbanken eine 30-Tage-Option zum Kauf von bis zu 1.143.000 zusätzlichen Stammaktien eingeräumt.
Ebenfalls deutlich stiegen die Aktien des Halbleiterentwicklers Silicon Motion Technology (+15,13 Prozent) und des Öltanker-Unternehmens International Seaways (+11,66 Prozent).
Größter Verlierer war ein Kommunikationsunternehmen
Die Aktie des Kommunikationsunternehmens Viasat fiel um 13,21 Prozent, ungeachtet der Mitteilung der Tochtergesellschaft Inmarsat Maritime, dass die Reederei Evergreen Marine beschlossen habe, ihre Flotte auf die Kommunikationslösung NexusWave von Inmarsat umzustellen.
Die Aktie des Halbleiter-Designunternehmens Ambarella fiel um 12,52 Prozent, nachdem das Unternehmen den Start der Ambarella Developer Zone bekannt gegeben hatte. Die Plattform bietet optimierte Modelle und No-Code-Agenten-Workflows.
Die Aktie von AST SpaceMobile stürzte um 12,13 Prozent ab, als Scotiabank-Analyst Andres Coello das Kursziel der Aktie senkte und die Empfehlung auf „Underperform“ herabstufte. Vor dem heutigen Rückgang wurde die Aktie bei 97,60 Dollar gehandelt und der Börsenwert des Unternehmens belief sich auf rund 37 Milliarden Dollar. Nach Einschätzung von Coello war der Aktienkurs „irrational“.
Ebenfalls deutlich verbilligten sich die Aktien von Opendoor Technologies (–11,69 Prozent), einem Unternehmen für den Kauf und Verkauf von Wohnimmobilien, sowie des Glücksspielkonzerns Super Group (–10,34 Prozent).
